Aromatherapie in den ersten Lebensjahren
11. August 2025
Ein Tropfen ätherisches Öl kann duften wie ein ganzes Blumenfeld – und ebenso intensiv wirken. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe mit komplexer Wirkung, für deren Herstellung riesige Mengen an Pflanzenmaterial nötig ist. Dies erklärt die Kostbarkeit dieser Pflanzendüfte – und auch, weshalb ihre Dosierung und richtige Anwendung bei Jung und Alt so bedeutsam ist.
Nichtsdestotrotz muss immer wieder betont werden, dass die unverdünnte Anwendung oder gar Einnahme ätherischer Öle gerade bei Kindern nicht ratsam ist. Zeit für das ABC der Aromakids – die Dos and Don'ts der Aromatherapie für Kinder.
ABC der Aromakids: Dos and Don'ts der Aromatherapie für Kinder
Vorab: Grundregel zur äusserlichen Anwendungen
Generell rät die Aromatherapie-Branche im deutschsprachigen Raum von der Einnahme ätherischer Öle ab, da sie nur unter Aufsicht von erfahrenen Aromatherapeuten durchgeführt werden sollte und für Laien enorme Risiken birgt – nicht nur für Kinder.
Doch auch bei äusserlichen Anwendungen der duftenden Helfer gilt es, einige Regeln zu beachten, um Gesundheit und Wohlbefinden optimal zu unterstützen:
A: 1 a-Bio-Qualität statt billiger "Aromaöle" für Kinder
Hochwertige ätherische Öle sind immer klar deklariert – mit botanischem Namen, Pflanzenteil, Gewinnungsverfahren, Anbaumethode, Herkunftsland, Zertifizierungsstelle und der Angabe 100 % naturreines ätherisches Öl. Achte für Kinder unbedingt auf Bio-Qualität oder Bio-Wildsammlung.
Nur naturreine Bio-Öle bieten die Sicherheit, dass sie frei von Pestizidrückständen sind. Minderwertige Produkte können zudem eine ungünstige chemische Zusammensetzung aufweisen oder durch falsche Lagerung erhöhte Peroxidwerte entwickeln. Je hochwertiger das Öl, umso besser ist auch seine Verträglichkeit.
Gute ätherische Öle haben aufgrund der aufwändigen Herstellung ihren Preis – dieser entspricht auch der benötigten Menge Pflanzenmaterial (preiswerte Zitrusöle, wertvolle Blüten- und Holzöle).
B: Bedachte Auswahl ätherischer Öle für Kinder
Welche ätherischen Öle sind für Kinder ungeeignet?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – gewisse ätherische Öle, die für Erwachsene unproblematisch und hilfreich sind, können für die Nervenzellen oder Atemwege von Kindern gefährlich werden. Hier reicht es eben nicht einfach, die Erwachsenendosierung anzupassen. Das gilt besonders für menthol- und kampferhaltige Öle wie alle Minzen (ausser Bergamottminze), Kampfer und Rosmarin, Salbei, Ysop, Wintergrün und auch eukalyptolhaltige Öle, je nach Alter.
Welche ätherischen Öle sind für Kinder geeignet?
Halten wir uns für die Aromapflege von Kindern an die ätherischen Öle unserer Positivliste: Atlaszeder, Bergamottminze, Cistrose, Hoholz und Mandarine rot, Manuka, Teebaum (frisch!) und Zitrone können Kindern ab ca. einem Jahr bei vielen Themen helfen.
Besonders sanfte Öle wie Lavendel fein, Kamille römisch, Rose und Thymian linalool dürfen bereits ab sechs Monaten an Babys Haut und Näschen. In eigenen Rezepturen bis 0.1-0.5% verdünnt – in den farfalla Babyprodukten sind sie entsprechend dosiert.
Ab drei Jahren dürfen - je nach Anwendungsart und Verdünnung - auch Eukalyptus radiata und Zirbelkiefer oder Fichtennadel angewendet werden, ab fünf Jahren kommen Cajeput, Ravintsara und Niaouli hinzu. Ihre Einsatzgebiete sind oft umfassend, so dass wenige ausgewählte Öle oft schon ein ganzes Themenspektrum abdecken können.
C: Ätherische Öle für Kinder richtig dosieren und anwenden
Wann und wie wende ich ätherische Öle bei Kindern auf der Haut an?
Erst in einer kinderfreundlichen Verdünnung in Bio-Pflegeöl (z.B. Mandelöl oder Johanniskrautöl) darf das ausgewählte ätherische Öl auf die Haut. 1 bis 2 Tropfen ätherisches Öl auf 1 EL (15 ml) Pflanzenöl entspricht der für Kinder empfohlenen Verdünnung von 0,5 %, bei Babys 1 Tropfen auf 50ml für 0,1. Vertraue nur seriösen Rezepten aus verantwortungsvollen Quellen und der Kindernase – ein paar Tropfen aus dem Handgelenk können in einer Mischung oft zu viel sein. Keinesfalls soll statt einem pflanzlichen Trägerprodukt ein konventionelles Produkt auf Mineralölbasis verwendet werden.
Möchtest du ätherische Öle beim Baby anwenden? Hier sind die fertigen Aromapflegeprodukte farfalla Baby (ab der Geburt und ohne Altersgrenze nach hinten) und Bio-Pflanzenwasser (s.o.) eine sinnvolle Möglichkeit, mit denen du viele Pflegbedürfnisse abdecken kannst.
Wann und wie wende ich ätherische Öle bei Kindern über den Geruchsinn an?
Oft ist auch eine Anwendung über den Geruchssinn der richtige Weg - bei allen Themen, die sich auf der mentalen, emotionalen Ebene abspielen: zur Ruhe finden, Selbstbewusstsein spüren, konzentriert lernen, Mut schöpfen, Ängste loslassen. Ob ein Tropfen auf dem Nuschi im Bett, im Riechstift in der Hosentasche, als kurzer Duftimpuls mittels Raumspray oder auf einem Duftstein neben dem Bett.
Auch hier gilt: Bei Babys ist ein Sprühstoss Kamillen oder Rosenblüten Bio-Pflanzenwasser genug Duft, der z.B. auch auf einem Nuschi ins Bett darf. Nonverbale Signale beachten – hat das Kind den Duft gerne um sich oder mag es lieber Abstand?
Viele Tipps rund um das Thema ätherische Öle als Begleiter in der Schulzeit, zum konzentrierten Lernen und nötigen Entspannen liest du HIER.
D: Bio-Pflanzenwässer - die babysanften Geschwister der ätherischen Öle
Vielfältig im Einsatzbereich, easy in der Anwendung und babymild: Bio-Pflanzenwasser, auch Hydrolate genannt, entstehen bei der Wasserdampfdestillation von ätherischen Ölen und sind ihre supersanften Geschwister. Sie dürfen sogar unverdünnt auf Babyhaut gesprüht werden. Bio-Rosenhydrolat ist unübertroffen als Spray für den Windelpo als auch für den Augenbereich, Bio-Kamillenblütenwasser beruhigt aktive Nachteulenkinder (und entspannt gestresste Eltern), Bio-Melissenwasser ist bei unklaren Hautthemen eine gute Wahl. Das Anwendungsspektrum der Hydrolate ist für alle Altersgruppen so genial und vielfältig, dass sich ein Blick in die Fachliteratur unbedingt lohnt! Lediglich bei der Haltbarkeit gilt: Kühl lagern und rasch aufbrauchen (innert 3 bis 6 Monaten).

Einfache Rezepte für ätherische Öle zur Kinderhautpflege:
- Wald- und Wiesenöl für Kinder ab 1 Jahr: 30 ml Kokosöl leicht erwärmen und mit 3 Tropfen Atlaszeder mischen. In einen Tiegel abfüllen, da es bei kühleren Temperaturen fest wird. Vor dem Spielen in der Natur Beine, Nacken und unbedeckte Hautstellen damit einreiben
- Schützender Babybalsam: 75 ml Bio-Sheabutter in einem Glas im Wasserbad vorsichtig erwärmen, bis sie schmilzt. 25 ml Argan Bio-Pflegeöl (stärkt die Hautbarriere und schützt) mit einem Holzstäbchen gut unterrühren, damit es eine gleichmässige Mischung gibt, leicht abkühlen lassen. 1-2 Tropfen ätherisches Öl Lavendel fein (beruhigt die Haut ebenso wie unruhige Gemüter) oder Rose (der Klassiker für die Babyhaut) gut untermischen, in einen Tiegel abfüllen und gut auskühlen lassen.
- Beruhigender Babybalsam: 75 ml Sheabutter in einem Glas im Wasserbad vorsichtig erwärmen, bis sie schmilzt. 25 ml Calendulaöl mit einem Holzstäbchen gut unterrühren, damit es eine gleichmässige Mischung gibt, leicht abkühlen lassen. 5-10 Tropfen ätherisches Öl Lavendel fein gut untermischen, in einen Tiegel abfüllen und gut auskühlen lassen.
- viele weitere Rezepte HIER
- und für deine sichere Anwendung die Dosierungstabelle
Empfehlenswerte Literatur zur Aromatherapie für Kinder:
- Aromatherapie von der Schwangerschaft bis zur Stillzeit, Stadelmann Ingeborg
Der Klassiker mit vielen Anwendungstipps zum Sortiment der Bahnhof-Apotheke -
Aromatherapie für Kinder, Herber Sabrina / Zimmermann Eliane:
Rezeptsammlung mit Altersabstufungen ab 0/1/3/6/12 Jahren, sehr alltagstauglich
